Neue Personalien: Mitgliederversammlung bringt Veränderungen

Foto: Die Glocke
Liberales Führungsgespann: Ralph Böwingloh, Günter Höppner und Prof. Dr. Niewiarra (v. l. n. r.). Abwesend ist Annabell Karsten, welche sich derzeit zu Studienzwecken in Budapest aufhält.

Der Rechtsanwalt und Vorsitzende des Rietberger Ortsvereins von „Haus und Grund“ ließ sich während des Stadtverbandstags der Liberalen als Beisitzer in den Vorstand wählen. Zum weiteren Beisitzer wurde Professor Manfred Niewiarra bestimmt. Der FDP-Ratsherr war bislang Vize-Vorsitzender des Stadtverbands.

Böwingloh führt Stadtverband

Angeführt werden die Freidemokraten in der Giebelstadt weiterhin von Ralf Böwingloh, der die Leitung des Stadtverbands nach dem Rückzug von Evelyn Dahlke vor zwei Jahren bereits kommissarisch übernommen hatte. Seine Stellvertreterin ist Annabell Karsten, Anne Kleinheinrich fungiert als Schriftführerin.

Die Personalie Höppner überrascht, denn bis zu seinem Austritt vor drei Jahren war der Rechtsanwalt engagiertes CDU-Mitglied. Im Juni 2012 bewarb er sich als Nachfolger des früheren Bürgermeisters André Kuper, fand in der Mitgliederversammlung aber keine Mehrheit. Stattdessen wurde damals Bärbel Diekhans von der CDU als Kandidatin ins Rennen geschickt.

Viele Gemeinsamkeiten

Seinen Wechsel zur FDP erklärte Höppner mit zahlreichen Gemeinsamkeiten, die zwischen ihm und der Partei bestünden: Einig sei man sich beispielsweise in der kritischen Haltung zur Übernahme der Strom- und Gasnetze, „die über Kredite finanziert werden soll“. Auch die Forderung der FDP nach einer Senkung der Grundsteuer, die in den vergangenen acht Jahren um 40 Prozent erhöht worden sei, teile er. „Wir liegen jetzt an zweithöchster Stelle im Kreis“, ärgerte sich Höppner. Darüber hinaus sei die FDP in Rietberg die einzige Partei gewesen, die sich „klar gegen das geplante City-Outlet-Projekt positioniert und die Leute mit guten Gründen zum Nachdenken gebracht hat“. Die CDU habe beim Outlet hingegen einen Schlingerkurs gefahren.

Zünglein an der Waage

„Wir haben mit Günter Höppner einen Mann mit Ratserfahrung in unseren Reihen“, freut sich Professor Manfred Niewiarra, der sich für die Kommunalwahl 2020 als „Zünglein an der Waage“ zwei oder drei Sitze mehr im Rat für die Liberalen wünscht. Bislang sitzt er allein für die Freidemokraten im Stadtparlament. „Wir wollen beharrlich wachsen und freuen uns auf neue Mitglieder“, gab Professor Niewiarra die Marschrichtung vor.

Der Rietberger FDP-Chef Ralf Böwingloh erhofft sich von Annabell Karsten, die in Abwesenheit zur neuen zweiten Frau an der Spitze der Emsstadt-Liberalen gewählt wurde, „dass sie in Zukunft noch sehr wertvoll für unsere Partei werden wird“. Die 24-Jährige habe jüngst ein Studium in Budapest begonnen und sich bereit erklärt, von dort der ungarischen Hauptstadt aus die Internetseite der Liberalen regelmäßig zu aktualisieren.

Regierungserklärung von Sunder gefordert

Die FDP erwartet von Bürgermeister Andras Sunder, dass er zu Beginn seiner zweiten Amtsperiode im Rat eine Regierungserklärung abgibt. Er solle klar machen, wie er die Stadt in den nächsten sieben Jahren voran bringen will. „Er gehört zur FWG-Fraktion. Da kann er sich nicht hinter der Politik verstecken“, erklärte Professor Niewiarra. Die Freien Wähler hätten sich in der Vergangenheit allerdings nicht mit Ruhm bekleckert. In Pressemitteilungen hätten sie sich zwar umfangreich über die CDU geäußert, jedoch keine Aussagen zur eigenen Politik gemacht. Niewiarra: „Es reicht nicht, sich nur frontal an den ehemaligen ,Gutsherren‘ abzuarbeiten“. Die FDP hingegen habe trotz lediglich einer Stimme im Rat „ziemlich viel gesteuert und viel Positives auf den Weg gebracht“."

 

Den Artikel im Original finden Sie hier , erschienen in der Glocke am 19.09.2018.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0