FDP wirft der Stadt Bequemlichkeit vor

Rietberg. Die Freien Demokraten in Rietberg sind entschieden gegen den Bau eines City Outlets. Das machten Ratsherr Professor Dr. Manfred Niewiarra und Vorstandsmitglied Ralph Böwingloh am Wochenende in einem Pressegespräch deutlich.

 

»Das ist ein Monstrum, das nicht in diese Kleinstadt passt. Das Outlet ist mit Rietberg nicht verträglich«, formulierte es das Duo und bedauerte, diese Ansicht nicht im Infoflyer für die Wahlberechtigten kundtun zu dürfen. »Wir haben leider keinen Fraktionsstatus«, bedauerte Niewiarra. Und nur die Fraktionen, also CDU, FWG, SPD und Bündnisgrüne durften ihre Kommentare in dem Begleitblatt zum Bürgerentscheid am 13. Mai bekannt geben.

 

Es werde immer beklagt, dass kleine Geschäfte an der Rathausstraße wegsterben würden. »Aber warum? Weil die Rietberger nicht hingehen«, so Niewiarra, und das liege nicht nur an der immer wieder erwähnten Konkurrenz im Internethandel. Sein Statement zum ersten Bürgerentscheid in der Geschichte der Emsstadt: »Wir empfehlen, am 13. Mai oder bei der Briefwahl mit Ja und damit gegen den Bau des Outlets zu stimmen, egal, wie die Grundstücksgeschichte an der Dr. Bigalke-Straße ausgeht.« Und: »Es ist viel kaputt gegangen im Lauf der Zeit, in der über das Outlet gesprochen wird. Wir sind über die Form der Meinungsauseinandersetzung nicht glücklich, das war alles viel zu persönlich und nicht sachdienlich.«

 

Böwingloh und Niewiarra vermissen zudem weitere Überlegungen, seit 2015 werde immer gesagt, das Outlet Center sei »alternativlos«. Niewiarra: »So zu handeln und zu argumentieren, das ist bequem.« Er bemängelte im Gespräch mit dem WB eine fehlende konkrete Benennung »aller Kosten für die Stadt« und »weitergehende Informationen, wir haben solche ja nicht mal zu den potenziellen Investoren«. Nach wie vor hält die FDP eine Umnutzung von Leerständen in Wohnraum für einen gangbaren Weg, »aber natürlich meinen wir damit eine echte Wohnnutzung, keine Kasernierung und keine U-Boot-Nutzung, etwa durch die Belegung mit Werkarbeitern in großer Zahl auf kleinstem Raum.« Rat und Verwaltung müssten die Bauordnungsvorschriften angehen und auch zulassen, das hinter den historischen Fassaden auf freien Flächen Wohnungen gebaut werden dürften. Ebenfalls in der Kritik steht bei der FDP das Einzelhandelskonzept, das in der Vorwoche durch den Rat bei einer Gegenstimme Niewiarras verabschiedet worden ist. »Die Größen passen nicht, kleine Lebensmittelgeschäfte werden durch die möglichen Discountererweiterungen in ihrer Existenz geschädigt. Ich sehe den Sinn in diesen Vergrößerungen nicht wenn gesagt wird, dass dadurch keine Sortimentserweiterung kommt.«

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